SEO-Audit für nachhaltige Unternehmen: Welche Probleme zuerst beheben?

Der erste Blick in ein SEO-Analyse-Tool kann überwältigend sein. Hunderte von „Fehlern“, dutzende Warnungen, rote Balken überall. Wo fängt man an?

Die gute Nachricht: Nicht alles ist gleich dringend. Es gibt eine sinnvolle Reihenfolge.

Zuerst: die technische Grundlage

Bevor ihr irgendetwas anderes optimiert, müsst ihr sicherstellen, dass Google eure Website überhaupt korrekt crawlen und verstehen kann. Denn alle anderen Analysen – Keywords, Content-Performance, Klickraten – basieren auf Daten, die nur dann stimmen, wenn die technische Basis stimmt.

Das bedeutet konkret: Keine kaputten Links, keine Seiten, die im 404-Fehler enden. Keine fehlenden Weiterleitungen nach Domain-Änderungen. Keine blockierten Seiten in der robots.txt, die ihr eigentlich indexiert haben wollt. Keine doppelten Inhalte ohne korrekte Canonical-Tags.

Das klingt bürokratisch, ist aber die Grundlage für alles weitere.

Core Web Vitals – der Google-Standard für technische Performance

Seit Google die Core Web Vitals als Ranking-Faktor eingeführt hat, sind technische Performance-Metriken kein Nice-to-have mehr. Sie beeinflussen direkt, wie gut eure Website rankt.

Die drei wichtigsten Werte sind: LCP (Largest Contentful Paint – wie schnell lädt das Hauptelement einer Seite?), INP (Interaction to Next Paint – wie schnell reagiert die Seite auf Nutzereingaben?) und CLS (Cumulative Layout Shift – springen Elemente beim Laden unkontrolliert herum?).

Google PageSpeed Insights zeigt euch kostenlos, wie eure Website in diesen Bereichen abschneidet. Häufige Probleme: zu große Bilder ohne Komprimierung, fehlende Bildgrößenangaben, zu viele externe Scripts, fehlende Lazy-Loading-Implementierung.

Für nachhaltige Unternehmen, die ihre Websites oft selbst gebaut haben oder von kleinen Agenturen betreuen lassen, sind diese Punkte besonders häufig vernachlässigt – und besonders einfach zu beheben.

Meta-Angaben: die digitale Visitenkarte

Title-Tags und Meta-Descriptions sind das Erste, was potenzielle Kund:innen von euch sehen – noch bevor sie auf eure Seite geklickt haben. Sie entscheiden darüber, ob jemand klickt oder weiterscrollt.

Jede Seite eurer Website braucht einen einzigartigen Title-Tag (circa 55–60 Zeichen), der das Kern-Keyword der Seite enthält und klar benennt, was jemand dort findet. Die Meta-Description (circa 150–160 Zeichen) ist kein direkter Ranking-Faktor, aber sie beeinflusst die Klickrate – und die beeinflusst das Ranking.

Fehlt eine Meta-Description, wählt Google selbst einen Textausschnitt aus. Das ist selten optimal.

Mobiloptimierung: nicht verhandelbar

Über 60 Prozent aller Suchanfragen kommen vom Smartphone. Google indiziert eure Website nach dem Mobile-First-Prinzip – das bedeutet, die mobile Version eurer Seite ist die Basis für die Bewertung, nicht die Desktop-Version.

Wer eine Website hat, die auf dem Desktop gut aussieht, aber auf dem Smartphone schwer zu bedienen ist, verliert nicht nur Nutzer:innen – er verliert auch Ranking-Potenzial.

HTTPS: seit Jahren Standard, noch immer nicht überall umgesetzt

Eine Website ohne SSL-Zertifikat – erkennbar an „http://“ statt „https://“ in der URL – wird von Browsern als „nicht sicher“ markiert. Das ist ein Vertrauensproblem, das Nutzer:innen sofort sehen. Es ist auch ein leicht zu behebender Fehler. Die meisten Hosting-Anbieter stellen SSL-Zertifikate kostenlos zur Verfügung.

Dann: Inhalte

Sobald die technische Basis steht, kommt der wichtigste Teil: eure Inhalte.

Schaut jede Seite kritisch an. Gibt es Seiten ohne erkennbare Keyword-Ausrichtung? Texte, die so generisch sind, dass sie auf jeder anderen Website genauso stehen könnten? Fehlende Alt-Texte bei Bildern?

Google bewertet Inhalte zunehmend nach E-E-A-T – Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness. Das bedeutet: Wer schreibt das? Welche Erfahrung steckt dahinter? Kann man der Quelle vertrauen?

Für nachhaltige Unternehmen und soziale Organisationen: Nennt Autor:innen bei Artikeln. Verknüpft eure Inhalte mit eurer Praxis und euren Projekten. Macht sichtbar, wer hinter der Organisation steht. Das sind keine kosmetischen Maßnahmen – das ist E-E-A-T in der Praxis.

Der Fehler, den viele machen: zu viel auf einmal

SEO-Optimierung ist kein Sprint. Wer versucht, alles auf einmal zu beheben, verbrennt Energie für Probleme, die im Vergleich unwichtig sind.

Priorität 1: Technische Fehler, die das Crawling blockieren. Priorität 2: Core Web Vitals und Mobile. Priorität 3: Meta-Angaben und Seitenstruktur. Priorität 4: Inhalte optimieren und erweitern.

In dieser Reihenfolge – und dann regelmäßig wiederholen.


Garrett Marketing begleitet nachhaltige Unternehmen und soziale Organisationen durch technische SEO-Audits und setzt Prioritäten, die tatsächlich etwas bewegen.